Zugänglichkeit von Kultur- und Freizeiteinrichtungen

Leider sind viele Kultureinrichtungen für Menschen mit Sehbehinderung noch nicht oder nur ungenügend zugänglich. Das betrifft verschiedene Bereiche:

  • die Informationen zu den Veranstaltungen sind meistens nicht barrierefrei aufbereitet.
  • Online-Reservationen und -Ticketkauf sind in der Regel nicht zugänglich.
  • Die Einrichtungen entsprechen in vielen Fällen den geltenden architektonischen Normen (z.B. SIA 500) für Menschen mit einer Behinderung nicht, bzw. sind nicht für die autonome Mobilität von Personen mit einer Sehbehinderung ausgelegt, so dass diese auf eine Begleitperson angewiesen sind. Eine solche Assistenz wird höchst selten vom Veranstalter selbst angeboten und ein Nachteilsausgleich in Form beispielsweise einer Preisreduktion oder des Gratiseintritts für die Begleitperson ist auch oft keine Selbstverständlichkeit.
  • Bei Bühnenveranstaltungen nutzen sehbehinderte Leute gerne ihren Sehrest, um das Geschehen auf der Bühne betrachten zu können. Eine Preisreduktion für die hierfür erforderlichen vordersten Sitzplätze der teuersten Preiskategorie ist jedoch in der Regel nicht vorgesehen.
  • In vielen Fällen dürfen Werke, Exponate und Monumente nicht mit den Händen angefasst werden und leider liegt meistens kein Nachahmmodell oder 3D-Ausdruck vor; daher sollten sie für Leute, die sie nicht sehen können, in geeigneter Form beschrieben werden.
  • Auch eine aktive und autonome Teilhabe an Kultur- oder Freizeitaktivitäten kann oft nur mit herausfordernden Bemühungen der Betroffenen konkretisiert werden.

Da es noch wenige Gesetze gibt, die zur Barrierefreiheit im Bereich der Kultur verpflichten, müssen die Veranstalter sensibilisiert und motiviert werden, ihre Einrichtungen barrierefrei zu gestalten. Die SBV-Interessenvertretung berät und begleitet die verschiedenen Kulturanbieter in Fragen der barrierefreien Gestaltung ihres Angebots. Die regionale Interessenvertretung stellt die Beratung vor Ort sicher und sucht nach geeigneten Lösungen im konkreten Fall. Die enge Zusammenarbeit mit der Fachstelle Kultur Inklusiv von Pro Infirmis ermöglicht zudem auch ganzheitliche behinderungsübergreifende Lösungen.