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Leitbild des SBV

Das Leitbild als PDF zum Download ( 104 kB)

 

1 Der SBV

Der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband SBV ist die Selbsthilfeorganisation mit über 4'300 blinden und sehbehinderten Mitgliedern in 16 Sektionen. Die ehrenamtliche Selbsthilfetätigkeit der Sektionen ergänzt er mit einem flächendeckenden, professionellen Dienstleistungsangebot.

2 Vision

Blinde und sehbehinderte Menschen werden als gleichwertige und gleichberechtigte Mitmenschen anerkannt. Sie haben eine Behinderung und - wie alle Menschen - Stärken und Schwächen.

Blinde und sehbehinderte Menschen leben in einer Gesellschaft mit einem hindernisfreien Zugang zu Informationen, Dienstleistungen, Produkten und Anlagen. Selbsthilfegruppen und professionelle Unterstützung finden sie in ihrer Wohnregion.

Blinde und sehbehinderte Menschen nutzen die Gleichberechtigung und Chancengleichheit, um die Grenzen der Sinnesbehinderung zu überwinden, in Selbstverantwortung und Partnerschaft mit den Mitmenschen ihren Beitrag zum Wohl der Gesellschaft beitragen.

3 Leistungen

Die Leistungen des SBV richten sich an Blinde und Sehbehinderte in jedem Alter, an Angehörige und an Menschen mit einer sich abzeichnenden Sehbehinderung. Sie unterstützen die Hilfe zur Selbsthilfe, stärken die Eigenverantwortung, fördern die Selbständigkeit und steigern die Lebensqualität.

Die Dienstleistungen sind zweckmässig, wirkungsorientiert und innovativ. Deren Qualität wird regelmässig und stetig weiterentwickelt.

3.1 Bildung und Freizeit

Das Bildungs- und Freizeitangebot der SBV-Sektionen fördert die Kontakte, den Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung unserer Mitglieder. Es stärkt ihre persönliche Entwicklung.

Der Zentralverband unterstützt die Aktivitäten der Sektionen und ergänzt dieses Angebot durch Kreativ- und Freizeitgruppen, Ateliers sowie durch Kurse und Ferien.

3.2. Beratung und Rehabilitation

Die SBV-Beratungsstellen weisen auf Selbsthilfegruppen, Behörden und Fachstellen hin. Sie bieten in Krisensituationen Unterstützung und leisten in Härtefällen ebenso rasch wie unbürokratisch finanzielle Hilfe.

Das ambulante Rehabilitationsangebot der SBV-Beratungsstellen legt den Grundstein für die Autonomie blinder und sehbehinderter Menschen. Der Umgang mit optischen Hilfsmitteln wie Lupenbrillen oder Bildschirmlesegeräten wird geschult, damit Menschen selbst mit einem geringen Sehrest das Lesen noch geniessen können.

Durch den Blindenschriftunterricht und das Training mit taktilen oder akustischen Anzeigen und Steuerungen an Haushaltgeräten, Computern und anderen Geräten fördert der SBV lebenspraktische Fertigkeiten von Blinden und Sehbehinderten im Alltag und Beruf. Das Orientierungs- und Mobilitätstraining mit dem Weissen Stock schafft autonome Bewegungsfreiheit.

3.3. Kommunikation

Die Kommunikation der Verbandstätigkeiten nach aussen fördert das Verständnis der Gesellschaft für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie trägt dazu bei, dass Menschen mit und ohne Sehbehinderung vorurteilslos und ohne Mitleid partnerschaftlich zusammen leben und behindernde Rahmenbedingungen in der Gesellschaft abbauen.

Die interne Kommunikation macht auf die Rechte und Pflichten aufmerksam, die Blinde und Sehbehinderte in dieser Gesellschaft haben, und sie stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Mitgliedern, deren Angehörigen, den Mitarbeitenden und freiwilligen Helferinnen und Helfern.

3.4. Forschung und Entwicklung

Der SBV unterstützt Forschungsprojekte im Bereich Medizin und fördert die Entwicklung technischer Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen.

4. Mittel

Der SBV verpflichtet sich zu einem zweckmässigen und sorgfältigen Umgang mit seinen Ressourcen und den ihm zur Verfügung stehenden privaten und staatlichen finanziellen Mitteln. Er handelt weitsichtig und wirkungsorientiert.

4.1. Menschen

Der SBV benötigt möglichst viele Menschen, damit er seiner Vision näher kommt. Allen, die mithelfen, den ehrenamtlich und freiwillig Tätigen sowie den Mitarbeitenden begegnet der SBV mit Wertschätzung und Respekt. Er legt Wert auf Leistungsbereitschaft, Teamarbeit und gegenseitige Loyalität.

Der SBV baut auf den individuellen Stärken auf, gibt persönlichen Handlungsspielraum, regt die Eigenverantwortung an und stellt eine zweckmässige Infrastruktur zur Verfügung.

Die fachlichen und sozialen Kompetenzen der ehrenamtlich und freiwillig Tätigen sowie der Mitarbeitenden fördert der SBV mit internen sowie externen Fort- und Weiterbildungsangeboten.

Insbesondere fördert und fordert der SBV seine blinden und sehbehinderten Mitarbeitenden auf allen Hierarchiestufen. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse sind Massstab für die Berufsförderung ausserhalb des Verbandes.

4.2. Finanzen

Der SBV sichert seine Leistungen und Unabhängigkeit durch eine breit abgestützte Finanzierungsbasis heute und in der Zukunft. Mitgliederbeiträge, Erträge aus dem Verkauf von Leistungen, Spenden, testamentarische Zuwendungen, staatliche Beiträge und Reserven im Bereich eines Jahresumsatzes sind die Pfeiler einer soliden Finanzierung. Die ihm anvertrauten privaten und staatlichen Gelder setzt der SBV umsichtig, effektiv und effizient ein.

Die zweckbestimmte Planung und Verwendung der Mittel ist durch die klare Gewaltentrennung sowie die Transparenz nach innen und aussen gewährleistet. Darüber hinaus wird der SBV durch die externe Revisionsstelle, die ZEWO und das Bundesamt für Sozialversicherung privat und staatlich kontrolliert.

4.3. Partner

Der SBV engagiert sich aktiv für eine verstärkte Kooperation im Blinden- und Sehbehindertenwesen wie auch im Behindertenwesen allgemein. Dank Kooperationen setzt er die ihm zur Verfügung stehenden Mittel sparsam und mit optimaler Wirkung ein.

Die Zusammenarbeit mit privaten und staatlichen Institutionen gestaltet der SBV zum Wohl der blinden und sehbehinderten Menschen. Sein Selbstverständnis, seine Grundhaltung als dynamische und innovative Selbsthilfeorganisation, seine Ziele und Leistungen macht der SBV seinen Partnern transparent.

Zu den externen SBV-Partnern gehören:

Verabschiedet an der Delegiertenversammlung vom 20. Mai 2006 in Thun ersetzt dieses Leitbild dasjenige aus dem Jahre 1996.


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